Der Verbändedialog zur Landtagswahl 2026 hat am 11. Juni im Elbwerk Magdeburg eines sehr eindrucksvoll gezeigt: Wenn Wirtschaft und Politik sich wirklich die Zeit nehmen, miteinander zu reden, entsteht etwas, das weit über eine klassische Podiumsdiskussion hinausgeht.
Rund 130 Gäste aus den Mitgliedsunternehmen der beteiligten Verbände waren gekommen, um die Spitzenkandidaten der zur Wahl stehenden Parteien zu erleben, und wurden mit einem Format belohnt, das AVW-Geschäftsführer Sebastian Schenk schlicht als die beste Veranstaltung beschreibt, die der Verband in diesem Rahmen je erlebt hat.
Spitzenpolitiker, Unternehmer – und echte Kontroversen
Auf dem Podium diskutierten Prof. Dr. Armin Willingmann (SPD), Dr. Lydia Hüskens (FDP) und Ulrich Siegmund (AfD) unter der Moderation von Stefan Bernschein über die zentralen wirtschaftspolitischen Fragen des Landes. Die CDU war durch ihren Fraktionsvorsitzenden vertreten, nachdem Ministerpräsident Sven Schulze kurzfristig verhindert war. Was die Diskussion von ähnlichen Formaten unterschied, war weniger die Besetzung als vielmehr die Qualität des Austauschs: engagiert, mit echtem Widerspruch und dennoch zu jeder Zeit in einem konstruktiven Rahmen, der auch dem Thema angemessen war.
Besonders gut funktioniert hat dabei, dass die Wirtschaft nicht nur Zuschauerin war. Ein Tischunternehmerkreis brachte in jeder Gesprächsrunde konkrete Perspektiven aus der Praxis ein und sorgte dafür, dass die Diskussion geerdet blieb und nicht im allgemeinen Politikbetrieb verschwand. Für Publikumsfragen waren 15 Minuten vorgesehen, doch daraus wurden am Ende fast 30, weil schlicht niemand aufhören wollte zu fragen. Insgesamt dauerte die Veranstaltung fast zweieinhalb Stunden, was angesichts der vollen Terminkalender aller Beteiligten kein Selbstläufer war. Dass Prof. Dr. Willingmann, der eigentlich frühzeitig hätte aufbrechen müssen, ein Signal gab und freiwillig bis zum Ende blieb, war ein stilles Zeichen, das für sich sprach.
Im Anschluss verteilten sich die Gespräche an die Tische, und wer gehofft hatte, noch direkt mit den Politikerinnen und Politikern ins Gespräch zu kommen, wurde nicht enttäuscht. Die Kandidatinnen und Kandidaten blieben nahbar und zugänglich, die Unterhaltungen zogen sich, was letztlich auch das Beste war, was einem solchen Abend passieren kann.
Der AVW dankt allen beteiligten Verbänden, den Unterstützern und nicht zuletzt den Gästen, die diesen Abend zu dem gemacht haben, was er war.